«Die Komplimente und Motivation meiner Beraterin haben mir sehr geholfen. Sie ermutigte mich immer wieder darin, zuversichtlich zu sein, weiterzusuchen und nicht aufzugeben. Sie vermittelte mir den Eindruck, dass auch sie fest daran glaubte.» Farnaz Zare, Detailhandelsassistentin

Stiftung IPT von Unternehmern gegründet für eine erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsmarkt

06.03.2022
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  • Aus der Praxis

Die Stiftung IPT feiert 2022 ihr 50-jähriges Jubiläum im Dienste der Eingliederung und Wiedereingliederung von Personen, die mit verschiedenen Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Basierend auf einer individuellen Begleitung, die auf die Kompetenzen, Bedürfnisse und Fähigkeiten jedes Einzelnen eingeht, bietet IPT eine echte Zukunftsperspektive für Stellensuchende, die ihren Platz in der Berufswelt und der Gesellschaft wiederfinden möchten, auch nach einer langen Abwesenheit.

IPT ist eine privatrechtliche, gemeinnützige Stiftung, die 1972 von Unternehmern gegründet wurde, um Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage waren, die von ihnen zugewiesenen Aufgaben auszuführen, bei der Siche nach einer geeigneten Arbeitsstelle zu unterstützen. Seitdem hat IPT ihren Tätigkeitsbereich weiter ausgedehnt und begleitet heute aktiv Menschen, die sich in den ­Arbeitsmarkt integrieren möchten. IPT ­begleitet sie zu jedem Zeitpunkt ihres beruflichen Werdegangs bei der beruflichen Eingliederung und bei der Wiedereingliederung.

Die Hauptaufgabe von IPT besteht darin, die wirtschaftlichen Anforderungen mit den menschlichen Gegebenheiten in Einklang zu bringen, um die Zusammenarbeit zwischen einer Person und einem Unternehmen zu ermöglichen. Ziel ist es, dass jeder sein Potenzial entfalten kann und die «richtige Person am richtigen Ort zur richtigen Zeit» ist. Dies mit dem Ziel, eine dauerhafte Integration in den ersten Arbeitsmarkt und eine berufliche Tätigkeit zu erreichen, die den Fähigkeiten und Interessen der betreuten Person entspricht.

Eine besonders effiziente persönliche Betreuung

Von Sozialdiensten unterstützte Personen sind oftmals bereits seit einigen Jahren stellenlos und weg vom Arbeitsmarkt. Deshalb hat IPT eine individuelle Begleitung entwickelt und umgesetzt, die sich ganz den Bedürfnissen der betroffenen Personen anpasst. Diese stützt sich auf ein individuelles Coaching in Verbindung mit Gruppentrainings und praktischen Tätigkeiten in Unternehmen. Der Prozess wird entsprechend den Bedürfnissen des Teilnehmenden gestaltet, sodass Inhalt und Tempo in jeder Phase angepasst werden können. Auf diese Weise wird die Person einbezogen und bestimmt aktiv den Erfolg ihrer Wiedereingliederung, insbesondere dank dieser Arbeit zur Selbstbefähigung.

Diese persönliche Begleitung bei der Wiedereingliederung gilt somit auch für Teilnehmende aus den Sozialdiensten und verringert somit deren Risiko erheblich, aus dem Wiedereingliederungsprozess auszusteigen, der aufgrund der Vermittlungsanforderungen der Arbeitsämter für sie oft zu schnell abläuft. In Gruppenkursen wird die Person in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt, z. B. durch die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Kommunikationsfähigkeiten oder um die Stressresistenz zu verbessern.

In den Kursen zur beruflichen Wiedereingliederung gilt es, ein Berufsprojekt zu definieren, das den festgestellten Kompetenzen und Einschränkungen entspricht, und gegebenenfalls eine Neuorientierung vorzunehmen. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden, einen aussagekräftigen Lebenslauf zu erstellen, sich auf Vorstellungsgespräche vorzubereiten und sich aktiv zu bewerben. Seit der Covid-­19-Pandemie hat IPT übrigens ihre Aktivitäten verstärkt und Innovationen eingeführt, indem die Begleitungsprozesse durch Blended Learning und Tools für die Begleitung auf Distanz ergänzt wurden, die sich an die Bedürfnisse aller Zielgruppen anpassen lassen. So ist es möglich, eine individuelle Begleitung im Präsenz- oder Fernunterricht mit Schulungen per Videokonferenz zu kombinieren.

Jedes berufliche Projekt wird während eines Praxiseinsatzes in einem Unternehmen getestet, bevor die konkrete Suche nach einem Arbeitsplatz beginnt. Die Stiftung IPT verfügt über ein solides Netzwerk von rund 15 000 Partnerunternehmen in der ganzen Schweiz. Dies ermöglicht zielgerichtete Praxiseinsätze, die für die Teilnehmer von grossem Nutzen sind, und trägt zu einer hohen Vermittlungsquote bei.

Neben einer intensiven Unterstützung bei Bewerbungen und der Stellensuche aktivieren die IPT-Coaches ihr Netzwerk auf lokaler oder regionaler Ebene. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden darin geschult, Unternehmen persönlich zu kontaktieren und den verborgenen Arbeitsmarkt zu durchforsten. Dieser Aspekt ist besonders bemerkenswert, da der IPT-Coaching-Prozess zu den wenigen Massnahmen gehört, welche die Vorbereitung auf die Wiederaufnahme einer Beschäftigung mit der Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt verbinden können.

Eine landesweit anerkannte Partnerin

Als nationale Partnerin arbeitet IPT mit ­öffentlichen und privaten Sozialversiche­rungen, Unternehmen, Institutionen sowie Ärzten zusammen. Die Stiftung beschäftigt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie ist in allen drei Sprachregionen der Schweiz mit 28 Büros vertreten und fördert die Vernetzung ihrer zahlreichen Partner. Die IPT-MItarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die lokalen Begebenheiten und arbeiten eng mit allen beteiligten Partnern in jeder Phase des Begleitungsprozesses zusammen. Auf diese Weise sollen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, die für den Erfolg einer nachhaltigen beruflichen Wiedereingliederung notwendig sind.

IPT bietet der begleiteten Person eine ganze Palette von Instrumenten und Lösungen an, und zwar unabhängig von der ursprünglich für die Betreuung vorgesehenen Zeit. Wenn die Person beispielsweise im Laufe der Betreuung ihre Sozialansprüche wie RAV oder IV verliert, versucht IPT, gemeinsam mit den Sozialdiensten eine nahtlose Weiterführung sicherzustellen. Eine Lösung, die aufgrund der angebotenen Kontinuität, auch in Form von persönlicher Hilfe, oft sehr positiv aufgenommen wird. Notfalls greift IPT auch auf eine Finanzierung der Begleitung durch private Spenden zurück. Diese Vernetzung erweist sich als äusserst angemessen und effizient und beruht auf einer sehr erfolgversprechenden Art der interinstitutionellen Zusammenarbeit.

Jens Rogge
Strategischer Geschäftsführer Stiftung IPT